Lifestyle  13. September 2017

Marokko - 1 Tag in Tanger

Was macht eine Reise besonders?
Wenn ich auf Reisen gehe, wünsche ich mir immer ein besonderes Erlebnis. Etwas, was mich bewegt, in meiner Erinnerung und für immer mit dieser Reise in Verbindung bleibt. Elif hatte das Glück, auf ihrer Reise von Andalusien nach Marokko einen besonderen Menschen kennenzulernen - Sein Name war Rashid! 

 

Ein älterer Mann, in einem traditionellen weißen Gewand und einer Gebetskette in der Hand, grüßt mich mit einem herzlichen MARHABAN. Sein Lächeln ist unverfälscht und ansteckend. Sofort sucht er das Gespräch mit mir. Fragte mich, woher ich käme. Kaum erwähne ich, dass ich Hamburgerin bin, überraschte er mich mit seinen Deutschkenntnissen. Selbst habe er sich das beigebracht. Ich wollte mehr über ihn erfahren. Fragte ihn nach seinen Namen. Selbstsicher und in einem klaren Arabisch – zumindest empfanden es meine Ohren so – antwortete er: „Rashid“. Mein erster Freund in Marokko hieß also Rashid!

Einen ganzen Tag verbrachte ich mit Rashid in Tanger, einer nördlich gelegenen Hafenstadt in Marokko. Wie jede andere Stadt verbirgt Tanger schöne und unschöne Ecken in sich. Die Herkulesgrotte und der Leuchtturm auf dem Kap Spartel gehören zu den schönen Ecken. Wahrscheinlich deswegen, weil genau an diesen Fleckchen der Blick auf den Atlantischen Ozean atemberaubend ist. Ich war wie hypnotisiert. Rashid allerdings interessierte sich wenig für diese Naturkulisse. Er war stets mit Dhikr (dt. Lobpreisung) beschäftigt. Er lobpreiste mehrmals seinen Schöpfer. Seine Gebetskette und seine rechte Hand lebten in Symbiose. Rashid machte sie bewusst voneinander abhängig.

 

Als ich mich am Ozean satt gesehen hatte, führte mich mein neuer Freund in die Altstadt. Ich tauchte in eine Welt, die mir nicht unbekannt war. Wir spazierten durch ein Geflecht von engen, verwinkelten Gassen und plötzlich lag strenger Geruch in der Luft. Es war ein Geruch aus totem Tier, Obst, Gewürzen, getrockneten Früchten und Benzin. Und plötzlich befand ich mich mitten im Basar. Im Basar wurde mir deutlich, dass Rashid zu den alten Hasen der Stadt gehörte. Er wurde von vielen Menschen herzlich begrüßt. Einige  umarmten ihn sogar innig. Es gefiel ihm. Ich sah es in seinem Gesicht. Er lobpreiste Allah für die Liebe, die ER zwischen ihm und diesen Menschen gegeben hatte. Schlicht bemerkenswert. Als wir durch die engen Gassen gingen, wurde mir klar, dass mich Rashid mit seiner offenherzigen und positiven Art in seinen Bann gezogen hatte. Diese Gottergebenheit, diese Gelassenheit, diese Herzensgüte und dieser Frohmut zeigten mir den Philanthropen in ihm.

Eine kurze Begegnung reichte also aus, um einen Menschen kennenzulernen, den man - mit Sicherheit – sein Leben lang nicht vergessen wird.

Danke Rashid! 

Autorin: Elif Cimen

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