Modest Fashion  14. Mai 2018

MIZAAN

Bild: Selma Lebdiri

MIZAAN ist ein Modest Fashion Label, gegründet von der talentierten Modedesignerin Meriem Lebdiri. Mit hochwertigen Materialien und feiner Handarbeit, steht MIZAAN für die starke und selbstbewusste Frau. Meriem lässt ihre Kollektion unter fairen Arbeitsbedingungen in Deutschland und in Indonesien herstellen.

Im zweiten Teil des Interviews erfahrt ihr näheres über ihr Modelabel MIZAAN, worauf sie bei der Erstellung einer neuen Kollektion achtet, wo sie nach trends schaut und diese dann ihre Kollektion einfließen lässt. Sie teilt euch ihre Tipps für angehende Modest Fashion Designerinnen mit euch und wo ihr MIZAAN Mode bald erwerben könnt.

Ihre Herbst/Winter 2018 Kollektion ist wirklich ein Traum und wir sind jetzt schon gespannt wie ihre neue Kollektion aussehen wird 👏🏼💕

Euch viel Spaß beim Lesen!

 

Unsere Leserinnen interessieren sich sehr dafür, wie eine erfolgreiche Modedesignerin wie du, eine Kollektion zusammenstellt. Kannst du uns hier einen Umriss geben? Wie wählst du Trends aus? Worauf achtest du bei der Auswahl der Stoffe? Gibt es einen bestimmten Stil oder Schnitt, der sich durch alle deine Kollektionen zieht?

Meriem: Viele Trends sind lange Zeit vor der jeweiligen Saison „vorgegeben”, bzw. von Trendforschern vorhergesagt. Ich lehne meine Designs daran an und lasse einige Eindrücke in die Kollektion mit einfließen.
Nachdem die ersten Skizzen auf Papier sind, mache ich mich auf die Stoffsuche und sammele Stoff- und Farbmuster. Meist finde ich dann Stoffe, die mich neu inspirieren und die die Ursprungsidee komplett auf den Kopf stellen. Bei Stoffen ist es mir sehr wichtig, dass es hautfreundliche Naturfaser sind, die nicht mit Chemikalien vollgepumpt wurden. Sobald alle Entwürfe stehen und alle Stoffe eingekauft sind, werden die Schnitte gemacht und die ersten Prototypen genäht. Dann wird ein Großteil der Show-Kollektion in Frankfurt von Stitch-by-Stitch genäht. Die restlichen Teile entstehen im eigenen Atelier.
Was sich über die Jahre durch die Kollektionen zieht sind Fledermausärmel, Kimonos und leuchtendes Königsblau. Und Schwarz darf nicht fehlen!

Was macht dein Modelabel „MIZAAN” unique?

Meriem: Neben der Message, dass Mode uns verbindet und keine Grenzen kennt, lege ich viel Wert darauf, dass glückliche Menschen, die fair behandelt werden und ihrer Arbeit leidenschaftlich nachgehen, meine Kollektion produzieren. Es sollen positive Gefühle in die einzelnen MIZAAN-Stücke einfließen. Die ersten Jahre war es mir fast unmöglich in einen fairen Kreislauf reinzukommen. Ich hätte es mir viel leichter machen können und aus MIZAAN eine Massenanfertigung „made in ganz weit weg von unterbezahlten Frauen und Kindern ohne sauberes Trinkwasser” machen können. Stattdessen bin ich meinen Werten treu geblieben, was nicht immer einfach war. Ich finde, alle Menschen in der textilen Wertschöpfungskette sollen glücklich und zufrieden sein, nicht nur die Trägerinnen. Und dazu tragen wir alle einen Teil der Verantwortung. Neben dem Produktionsstandort Deutschland kommt bald eine kleine Schneiderei in Indonesien dazu, die exakt meine Wertvorstellungen teilt. Die Produktion wird mich natürlich etwas mehr kosten als bei anderen Produzenten im asiatischen Raum. Aber es fühlt sich gut und richtig an. Ich denke, das macht jedes einzelne Teil aus der Kollektion besonders und unique.

Wo können unsere Leserinnen deine Mode kaufen?

Meriem: Die Herbst-Winterkollektion 2018 erscheint am 15.09.2018 bei einem Kick-off Event in Zusammenarbeit mit der Textilerei Mannheim. Direkt nach der Modenschau kann man den „Runway shoppen”.
Danach wird es die Kollektion auch online über www.mizan.de/shop und bei #MARKAMARIE über www.markamarie.com geben.
Wir arbeiten gerade daran, dass die Kollektion im Mannheimer Zentrum übers ganze Jahr erhältlich ist.
Man kann sich jetzt schon über www.mizaan.de für den Newsletter anmelden, um über den Launch und alle weiteren Infos rechtzeitig informiert zu werden.


Du hast auf der Modest Fashion Week in Dubai erfolgreich deine Herbst/Winter 2018/19 Kollektion auf dem Laufsteg präsentiert. Wird MIZAAN auch im Sommer in Jakarta eine neue Kollektion vorstellen?

Meriem: Das zeigt sich in einigen Wochen, inshaAllah.

Verrätst du uns das Thema deiner nächsten Kollektion

Meriem: Es wird blumig. Die Schnitte sind feminin und etwas verspielt. Farblich reicht die Kollektion von pudrigen Tönen bis hin zum MIZAAN-Klassiker Königsblau.


Welche 3 Tipps würdest du angehenden Modest Fashion Modedesignern geben?
Meriem:

  1. So früh wie möglich mit dem Aufbau des eigenen Modelabels beginnen.
  2. Ein Netzwerk aufbauen, auch international. Gerade weil die Modest Fashion Szene sich (zur Zeit noch) woanders abspielt. Man sollte nicht darauf warten entdeckt zu werden, sondern selbst aktiv mit den Leuten aus der Branche in Kontakt treten.
  3. Geduld. Eine Menge davon.

 

Wie nimmst du Modest Fashion in Deutschland im Vergleich zu UK und den USA wahr?

Meriem: Diese Frage wird mir erstaunlich oft gestellt und ich weiß nicht, inwiefern wir das überhaupt vergleichen sollten. Ich denke, der Fortschritt in der Modest Fashion Szene in UK und den USA ist der Tatsache zu verdanken, dass in den größten Teilen der jeweiligen Gesellschaft, Vielfalt als etwas positives wahrgenommen wird. Vielfalt ist „normal” oder gar mainstream. In Deutschland herrschen aus gesellschaftlich-politischer Sicht leider etwas andere Zustände. Aber wir können das ändern, indem sich jeder von uns als selbstverständlichen Teil der Gesellschaft sieht und dies von niemandem hinterfragen lässt. Jeder kann sich in das gesellschaftliche Leben einbringen und etwas bewirken. Erst wenn auch hierzulande Diversität zur Normalität geworden ist, können wir uns vergleichen.

Bild: Nike mit Zeina Nassar

In Ländern der westlichen Welt, wie in den USA oder Großbritannien, werden immer häufiger Frauen mit Hijab für große Marketing-Kampagnen von großen Brands abgelichtet. Gerade hat Nike seinen Pro Hijab mit Zeina Nassar in Deutschland promotet. Allerdings sehen wir solche Kampagnen hier bei uns noch sehr selten. Woran liegt das?

Meriem: Im Netz sorgen solche Kampagnen zwar oft für Wirbel, aber ich denke nicht, dass das der Grund für das Ausbleiben weiterer ähnlicher Kooperationen hierzulande ist. Wie schon erwähnt, ist die Vermenschlichung der muslimischen Frau in den Köpfen der Gesellschaft noch nicht erreicht. Es braucht noch etwas Zeit bis es „normal” wird Hijab zu tragen und einfach als Mensch gesehen zu werden. Aber die ersten Schritte gab es ja schon. Ich bin zuversichtlich, dass bessere Zeiten kommen werden.

 

Vielen Dank liebe Meriem für den kleinen Einblick in deine Welt!
Spannend geht es weiter, denn bald erfahrt ihr mehr über Meriem's Modelabel MIZAAN 😉

 

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